Ein Podcast lässt sich mit einem einfachen Audio-Interface aufnehmen. Sobald aber mehrere Stimmen, ein zugeschalteter Gast, Jingles oder ein Livestream dazukommen, erleichtert ein eigenes Podcast-Mischpult die Arbeit enorm: Jede Person hat ihr Mikrofon und ihren Kopfhörer, Pegel werden von Hand geregelt, die Aufnahme startet ohne Computer. 2026 dominieren drei Geräte: der RØDECaster Pro II, der Zoom PodTrak P8 und das Yamaha AG06MK2. Sie zielen auf sehr unterschiedliche Podcaster.
Transparenz: Wir haben diese Geräte nicht selbst im Praxiseinsatz getestet. Unsere Einschätzung beruht auf Herstellerdaten, aktuellen Händlerpreisen und dokumentiertem Nutzerfeedback; bewertet wird nach unserer Le-Fader-Methode.

Podcast-Mischpult oder klassisches Mischpult?
Ein klassisches Pult wie das Yamaha MG10XU reicht für einen Podcast mit zwei oder drei Stimmen, der in Stereo aufgenommen wird. Podcast-Konsolen bringen vier Dinge mit: einen Kopfhörerausgang pro Person mit eigener Lautstärke, Pads für Jingles und Soundeffekte, Mehrspuraufnahme auf SD-Karte ohne Computer und die Einbindung von Gästen (Telefon, Bluetooth, Videocall) ohne Echo. Wer mit mehreren Personen im selben Raum aufnimmt und später schneidet, spart damit Stunden.
RØDECaster Pro II: der Vollständigste
Der RØDECaster Pro II ist die Referenz für Videopodcasts und Livestreams. Seine vier Combo-Eingänge haben Preamps mit sehr hohem Gain, die auch unempfindliche dynamische Mikrofone (etwa ein Shure SM7B) ohne zusätzlichen Booster betreiben. Ein AMOLED-Touchscreen gibt Zugriff auf die Stimmbearbeitung (Kompressor, De-Esser, Noise Gate und die APHEX-Prozessoren), die programmierbaren Pads starten Sounds, Effekte oder Makros. Zwei USB-C-Ports verbinden zwei Computer (etwa einen für die Aufnahme, einen für den Videocall), Bluetooth holt Telefonanrufe ins Pult. Aufgenommen wird mehrspurig auf microSD oder am Computer. Preis bei Thomann: ca. 540 €.
Zoom PodTrak P8: sechs Mikrofone, leicht und autark
Der PodTrak P8 setzt auf Anzahl: sechs XLR-Mikrofoneingänge und sechs Kopfhörerausgänge, also zwei Stimmen mehr als der RØDECaster. Er läuft am Netz, über USB oder mit Batterien, wiegt unter 700 Gramm und nimmt jede Stimme auf eine eigene Spur in 24 Bit / 48 kHz auf SD-Karte auf. Neun Pads starten Jingles, ein Farb-Touchscreen gibt Zugriff auf die Einstellungen. Die Preamps haben weniger Gain-Reserve als die von RØDE, das Software-Ökosystem ist kleiner – für Podcasts unterwegs oder mit vielen Beteiligten bietet er aber viel Funktion fürs Geld. Der Preis schwankt je nach Händler.
Yamaha AG06MK2: der clevere Einstieg
Das AG06MK2 ist keine Podcast-Konsole im engeren Sinn, sondern ein kleines 6-Kanal-Pult für Streaming. Zwei Combo-Eingänge mit Phantomspeisung (einer davon mit Gitarreneingang), ein 3,5-mm-Headset-Eingang, Line-Eingänge und ein USB-C-Interface in 24 Bit / 192 kHz. Seine Stärke ist der Loopback-Modus, der den Computerton (Musik, Gast im Videocall) mit den Mikrofonen mischt. Es nimmt nicht mehrspurig auf und hat nur einen Kopfhörerausgang, ist aber mit ca. 200 € die einfachste Lösung für Solo- oder Duo-Podcasts und für Streamer.
Die Tabelle zur Entscheidung
| Kriterium | RØDECaster Pro II | Zoom PodTrak P8 | Yamaha AG06MK2 |
|---|---|---|---|
| XLR-Mikrofoneingänge | 4 | 6 | 2 |
| Kopfhörerausgänge | 4 | 6 | 1 |
| Autarke Mehrspuraufnahme | ja (microSD) | ja (SD) | nein |
| Gast per Telefon | Bluetooth + USB | USB, Smartphone-Eingang | USB-Loopback |
| Stromversorgung | Netz | Netz, USB oder Batterien | USB |
| Preis ca. | ca. 540 € | je nach Händler | ca. 200 € |
Preise: Thomann Deutschland, Stand 26.09.2026. Preise schwanken je nach Aktion um 10–15 %.
Mikrofone, Kopfhörer und Raum zählen genauso viel
Kein Podcast-Pult rettet einen hallenden Raum. Drei Regeln: dynamische statt Kondensatormikrofone (sie nehmen weniger Raum auf), 5 bis 10 cm vom Mund entfernt; geschlossene Kopfhörer, damit der Kopfhörerton nicht in die Mikrofone überspricht (siehe Studiokopfhörer wählen); und ein Minimum an Raumbehandlung, und sei es mit dicken Vorhängen und einem Teppich. Bei Kabeln lohnt kein Sparen am falschen Ende – siehe XLR-Kabel-Ratgeber.
Unser Fazit
Regelmäßiger Videopodcast, Livestream, Gäste aus der Ferne: RØDECaster Pro II. Podcast mit vielen Beteiligten oder unterwegs: Zoom PodTrak P8. Solo, Duo oder Streaming: Yamaha AG06MK2. Gehören Live-Musiker zum Podcast, ist ein Recorder-Pult wie das Zoom LiveTrak L12next besser geeignet – siehe Zoom L12 vs. Tascam Model 12. Den Gesamtüberblick gibt unsere Mischpult-Bestenliste.
Häufige Fragen
Welches Mischpult für einen Podcast?
RØDECaster Pro II (ca. 540 €) für regelmäßige Video- und Livepodcasts, Zoom PodTrak P8 für bis zu sechs Personen oder unterwegs, Yamaha AG06MK2 (ca. 200 €) für Solo, Duo oder Streaming.
Brauche ich für einen Podcast ein Mischpult?
Für eine Stimme reicht ein Audio-Interface. Bei mehreren Stimmen, Gästen per Telefon, Jingles oder Livestream erleichtert ein Podcast-Mischpult die Arbeit deutlich.
Kann der RØDECaster Pro II ohne Computer aufnehmen?
Ja, er nimmt mehrspurig auf microSD-Karte auf; alternativ zeichnet er am Computer auf.
Was ist der Loopback-Modus?
Loopback mischt den Ton des Computers (Musik, Gast im Videocall) mit den Mikrofonen und schickt alles zusammen zurück an den Computer – wichtig für Streams und Remote-Gäste.
Affiliate-Link: der Preis ändert sich für Sie nicht, die Provision finanziert unsere Tests.Wo kaufen : RØDECaster Pro II
Händler Warum Thomann
RØDECaster Pro IIReferenzpreis, 3 Jahre Garantie, Profi-Lager in Europa RØDECaster Pro II bei Thomann → Thomann
Yamaha AG06MK2Referenzpreis, 3 Jahre Garantie, Profi-Lager in Europa Yamaha AG06MK2 bei Thomann →
→ Alle unsere Le-Fader-Bewertungen ansehen
Nützliches Zubehör
Thomann-Affiliate-Links: der Preis ändert sich für Sie nicht, die Provision finanziert unsere Tests. Produkte geprüft am 28.09.2026; Preis und Verfügbarkeit auf der Händlerseite.
- Schutz / Transport : Thon Case Rode Rodecaster Pro II
- Mikrofon : Rode PodMic
- Mikrofonarm : Rode PSA1+
- Studiokopfhörer : beyerdynamic DT 770 Pro (250 ohms)
- USB-Interface : Focusrite Vocaster Two
